Intuitive Ernährung – warum es keine richtige Lebensmittelliste gibt
15 Lebensmittel, die Dich gesund, schlank und fit machen…
… wirst Du hier nicht finden.
Falls Du eine weitere Anleitung suchst, ein weiteres Schema F, kannst Du gleich wieder aufhören zu lesen.
Eine allgemein gültige Lebensmittelliste gibt es in meiner Welt nicht.
Ich habe mich in den letzten 30 Jahren sehr intensiv mit Ernährung beschäftigt. Ich habe viel ausprobiert, noch mehr darüber gelesen und auch einige Kurse zu diesem Thema absolviert. Außerdem bin ich ausgebildete Kräuterhexe
.Von zu wenig essen, gar nichts essen, ungesund essen bis zu zu viel essen.
Über „ausgewogene“ Ernährung, vegetarische Ernährung, Low Carb & Slow Carb, Schlank im Schlaf, Rohkost, Frischkost, Fünf-Elemente-Ernährung bis Paleo.
Mit Fastenkuren, F.X.-Mayr-Kur bis Detox.
Von der Ernährung im Ayurveda, der Chinesischen Medizin, der Tibetischen Medizin bis zu Hildegard von Bingen. Superfood, Heilkräuter, Biokost, Smoothies & Co.
Ja, stimmt: Es gibt Lebensmittel und Heilkräuter, die wahre Superkräfte besitzen.
Ob regionales Superfood wie Brennnessel, Kohl, Äpfel, Beeren, Wildkräuter und Honig – oder aus aller Welt wie Kurkuma, Kokosnuss und Avocado. Auch frische Smoothies können eine großartige Ergänzung zu einer gesunden Ernährung sein.
Aus dieser Tatsache jedoch abzuleiten, dass dieses oder jenes Superfood oder Heilkraut für alle oder für alles das Mittel der Wahl ist, halte ich für eine denkbar schlechte Idee.
Eine gute Idee ist sicher, sich von billig produziertem Essen fernzuhalten und sich möglichst saisonal, regional und biologisch zu ernähren.
Was den einen heilt, bringt die andere um
So verschieden wir sind, so verschieden sind auch unsere Bedürfnisse.
Unzählige Faktoren beeinflussen, was ein Mensch an Nahrung und Lebensmitteln braucht.
Der eine kann literweise Brennnesseltee trinken, um die Nieren anzuschieben.
Die andere bekommt im besten Fall schlechte Laune – im schlimmsten Fall umarmt sie die ganze Nacht die Toilette, weil sie den ach so gesunden Knoblauch einfach nicht verträgt.
Es hat einen Grund, warum die Heiler dieser Welt zuerst viele Fragen stellen, bevor sie mit der Heilung beginnen. Auch du darfst anfangen, dir Fragen zu stellen, wenn es um deine Ernährung geht:
- Welche Konstitution hast du? (Klein und zart oder groß und kräftig?)
- Wie arbeitet dein Stoffwechsel?
- Isst du nach der Uhr oder nach Hunger?
- Ist der ständige Hunger vielleicht Durst?
- Bekommt dein Körper genug Mineralien, Vitamine und Spurenelemente – und kann er sie aufnehmen?
- Wie viel bewegst du dich?
- Schlafst du gut und ausreichend?
- Gibt es Lebensmittel, die du nicht verträgst – und isst du sie trotzdem?
- Gibt es Lebensmittel, die dir besonders gut tun?
- Isst du nur bei Hunger oder auch aus Frust, Lust oder Langeweile?
- Hast du ein bestimmtes „Frustessen“ – und geht es dir danach besser oder schlechter?
- Isst du weiter, obwohl du schon satt bist?
Die eigene, ganz intuitive Ernährung gestalten
Der neueste Hollywood-Ernährungstrend, der bei deiner Freundin Wunder bewirkt hat, kann dir möglicherweise helfen – oder eben nicht. Und beides ist okay. Finde heraus, welches Essen dich froh, fit und satt macht. Probier dich aus. Achte auf die Signale deines Körpers. Und bleib dran. Frag dich zum Beispiel:
- Was brauche ich gerade – Essen oder Trinken?
- Warm oder kalt?
- Wärmend oder kühlend?
- Süß, sauer, salzig, bitter oder scharf?
- Anregend oder beruhigend?
- Wie riecht oder schmeckt es?
- Wie reagiert mein Körper?
- Bekomme ich gute oder schlechte Laune?
- Fühle ich mich wohl oder unwohl?
- Bekomme ich Blähungen, Bauchweh, Pickel oder Kopfschmerzen?
- Gibt mir dieses Essen Kraft und Leichtigkeit oder macht es mich schwer und müde?
Mutter Natur weiß, was sie tut(oder warum es sich lohnt, saisonal und regional zu essen)
Wir leben in einer Zeit, in der wir fast immer fast alle Lebensmittel bekommen. Das ist großartig – und ich freue mich auch darüber, das ganze Jahr Avocado essen zu können. Dieser Luxus hat jedoch Nebenwirkungen. Auf Monokulturen, Lebensmittelverschwendung, Umweltverschmutzung und globale Ungleichgewichte will ich hier gar nicht weiter eingehen.
Ein weiterer Punkt ist unsere verzerrte Wahrnehmung:
Viele wissen gar nicht mehr, was wann und wo wächst.
Kohl statt Zitronen
Seit ich mich erinnern kann, gibt es im Winter Zitrusfrüchte. Wegen ihres Vitamin-C-Gehalts sollen sie das Immunsystem stärken.
Dabei wirken Zitrusfrüchte kühlend und wachsen in Gegenden, in denen es deutlich wärmer ist als bei uns im Winter.
Die Vitamin-C-Bombe unserer Breitengrade ist der Kohl.
Er enthält mehr Vitamin C als Zitrusfrüchte und wirkt wärmend – also ideal für den Winter.
Und es gibt ihn in so vielen Varianten, dass es nicht langweilig wird. Saisonale und regionale Ernährung führt automatisch zu mehr Vielfalt in der Küche – und stärkt die Verbindung zur Natur und zu den Jahreszeiten.
Essen ist Information
Alles, was wir essen, wird verstoffwechselt. Das Essen wird zerlegt und an die entsprechenden Stellen im Körper weitergeleitet. Im Grunde bedeutet das: Informationsverarbeitung. Je nachdem, mit welchen Informationen ich meinen Körper füttere, wird er sich anfühlen. Lebensmittel ohne „Lebensgeschichte“ machen den Körper auf Dauer nicht froh. Lebensmittel mit einer gesunden Herkunft nähren ihn. Industriell gefertigte Lebensmittel sind praktisch – solange ich verstehen kann, was auf der Packung steht. Kann ich es nicht verstehen, kann es mein Körper erst recht nicht. (Und ja das ist überspitzt. Hier sind nicht Mineralstoffe, Aminosäuren und Vitamine gemeint die eher unbekannt sind gemeint, sondern all die Zusatzstoffe, die mehr jemades Geldbeutel, als deiner Gesundheit dienen.)
Schlank, gesund und schön?
Ich habe einen Körper – ich bin nicht mein Körper. Der Körper ist ein kostbares Werkzeug.
Ich wohne in meinem Körper. Er ist mein Raumanzug. Natürlich ist es schön, wenn der Körper gut aussieht.
Noch wichtiger ist, dass er gut funktioniert und möglichst lange hält.
Die Idee, dass wir alle möglichst einheitlich schlank sein sollen, ist dumm, langweilig und frustrierend.
Eine Kettensäge kann schließlich auch nicht aussehen wie ein Hammer. Wenn du anfängst, deinen Körper anzunehmen und das zu essen, was dir persönlich guttut, kannst du aufhören, nach der Diät zu suchen, die dich in drei Tagen 15 Kilo leichter macht – und anfangen, dein Leben zu genießen.
Wenn du merkst, dass du genug davon hast, einem idealen Körper nachzujagen, aber nicht weißt, wie der nächste Schritt aussehen könnte, hilft es dir vielleicht, dich an deine Träume und Wünsche zu erinnern.
Intuitive Ernährung ist oft der Anfang einer tieferen Reise – zurück in den eigenen Körper, in den eigenen Rhythmus. Wenn du dabei begleitet werden möchtest, erfährst du hier mehr über das Mentoring.
