Der Instagram-Hype um Ordnung

Wie geht es dir mit dem Instagram-Hype um Ordnung?

Ich gestehe es offen: Der Hype macht mich wütend. Nicht, weil ich gegen schöne Fotos von aufgeräumten Regalen oder perfekt gefalteten Pullovern bin. Sondern weil er die eigentliche Botschaft von Ordnung verfehlt: Sie soll Freude schenken, nicht Druck erzeugen.

Warum der Instagram-Ordnungshype oft scheitert

Ja, Ordnung ist mehr als Aufräumen. Und sie ist mehr als Kleider „richtig“ falten, schicke Kisten kaufen (noch mehr Zeug!) oder Bücher nach Farben sortieren. Bitte versteh mich richtig: Meine Kleidung ist nach Farben sortiert und bei meinen Bücher habe ich das mal ausprobiert - hübsch, aber für mich nicht praktikabel. Ich liebe schicke Kisten, Körbe, Utensilien. Aber es geht bei Ordnung nicht darum, neuen Druck aufzubauen. Im Gegenteil!

Mir fällt immer öfter auf, dass es Kanäle gibt, bei denen der Eindruck entsteht, die Konmari-Methode bestehe aus Kleider falten und Ordnung hieße, genug Utensilien bereitzustellen – und fertig ist die Laube. Ich kann den Druck, der sich da aufbaut, regelrecht fühlen! Und das macht mich nicht froh.

 

Der Instagramhype um Ordnung

Ich bekomme den heiligen Zorn über diese Ignoranz (oder vielleicht auch Unwissenheit)

Ich finde es verantwortungslos, wenn die Kernintention von Ordnungsprofis auf medienwirksamen Killefitz eingedampft wird.

Die Marie Kondo Methode: Mehr als nur Falten

Ja, Marie Kondo hat gute Ideen, wie man Kleider prima falten kann. Sie hat gute Ideen, wie Dinge gut und praktisch aufbewahrt werden können. Aber das Allerwichtigste – ihre Arbeitsphilosophie – fällt viel zu oft hinten runter.

Ihre Kernintention sind Freude, Dankbarkeit und Achtsamkeit:

  • Macht dir dein Leben Freude?
  • Erzeugen die Dinge, mit denen du dich umgibst, Freude?
  • Bist du dankbar für deinen Besitz und dein Leben?
  • Gehst du achtsam mit deinem Leben und deinen Dingen um?

Perfektionismus als Druckverstärker

Durch den Hype um die perfekte Instagram-Welt entsteht so viel Druck. Perfekt inszenierte Wohnungen, in denen selbst der Staub ästhetisch wirkt. Und wer diesem Bild nicht entspricht, hat versagt.

Doch Menschen, die sich Ordnung wünschen, haben bereits mehr als genug Druck. Alle Menschen haben von Natur aus ihre individuelle Ordnung. Ordnung ist Teil des Lebens, ja des ganzen Universums. Wäre sie kein universelles Prinzip, würden die Dinge nicht so funktionieren, wie sie es tun. Die Welt und das Universum folgen geregelten Rhythmen.

Menschen, deren Leben in Unordnung geraten ist, sind mit ihrer Situation überfordert und stehen unter Druck:

  • Ballast: Wenn sich schleichend zu viel angesammelt hat – innen wie außen.
  • Überforderung: Wenn äußere Umstände die aktuelle Situation unhaltbar machen.
  • Kompensation: Wenn versucht wird, mit Ordnung den inneren Druck zu kompensieren – was nur bedingt funktioniert.

All diese Menschen brauchen individuelle, lebensnahe, praktische und auch emotionale Unterstützung. Vielen hilft es emotional schon, wenn sie vom physischen Ballast befreit sind. Bei anderen wird dadurch Raum frei, um sich dem psychischen Ballast widmen zu können. Und der darf genauso aufgeräumt werden wie der physische.

Was Ordnung wirklich braucht: Individuelle Lösungen

Ich habe das McGyver-Gen. Ich liebe praktische Tipps und Ideen und bin begeistert davon, vorhandene Dinge ihrem Zweck zu entfremden. Davon will ich mehr sehen:

  • Wie kann ich es mir leichter machen, ohne noch mehr Zeug kaufen zu müssen?
  • Welche ungewöhnlichen oder auch gewöhnlichen Lösungen gibt es für bestimmte Herausforderungen?
  • Was für Tricks von unseren Eltern und Großeltern haben wir ganz vergessen?
  • Wie kann ich vorhandene Gegenstände an meine Zwecke anpassen?
  • Was für nachhaltige Lösungen gibt es?

Statt neuer Kisten brauchst du diese 3 Dinge:

1. Kreativität: Wie nutzt du, was du schon hast? (McGyver-Methode!)

2. Nachhaltigkeit: Welche Lösungen aus Omas Zeiten funktionieren heute noch?

3. Mut zur Unperfektion: Wo darf dein Zuhause gelebt aussehen?

Ganzheitliche Ordnung: Gleichgewicht auf allen Ebenen

Ob es um Ordnung geht, den Körper oder das ganze Leben – alles darf im Gleichgewicht sein. Einseitigkeit führt zwangsläufig zu einem Ungleichgewicht.

  • Dein Lebensraum sollte Raum zum Leben sein. Er sollte weder Lagerraum für Dinge und Menschen sein noch eine statische Ausstellung von Perfektion. Wo gelebt wird, entsteht immer wieder Unordnung. Mit einer funktionierenden Aufräum-Routine ist es schnell wieder ordentlich.
  • Dein innerer Raum sollte Platz für Träume, Visionen, Ideen und Ziele bieten. Durch das Beruhigen des Nervensystems, das Lösen von Blockaden und Traumata entsteht innerer Raum und Frieden.

Es geht um weniger Druck und mehr Leben auf allen Ebenen!

Hol dir Hilfe – aber die richtige

Es gibt wunderbare Expert:innen, die beim Thema Ordnung – im Innen und im Außen – mit exzellenten Techniken arbeiten. Lass dir helfen, bei welchem Thema auch immer.

Wenn du dich für das Thema ganzheitliche Ordnung interessierst, ist vielleicht mein Mentoring „Ganzheitliche Ordnung ohne Druck“ etwas für dich. Oder schau in der Ordnungswelt vorbei.

Deine Meinung interessiert mich

Was denkst du? Schreib mir:

  • Was nervt dich am Ordnungshype?

  • Welche Themen fehlen dir in der Debatte?

  • Oder: Was ist dein bester Anti-Perfektionismus-Tipp?

Ich freu mich auf deine Perspektive!

Folge der Freude und schaff dir deinen Raum!