Ich bin immer davon ausgegangen, dass ich einfach ordentlich bin und es gerne aufgeräumt habe.
Dann sagte eine gute Freundin von mir neulich: „immer wenn Du nicht weiter weißt, fängst Du an aufzuräumen…“
Stimmt. Jetzt, wo sie es gesagt hat, fällt es mir auch auf.
Vielleicht kennt Du das auch, dass ein Verhalten, dass gefühlt schon immer so war, nicht weiter hinterfragt wird.
Es läuft unbewusst und automatisch ab. Es ist ein ganz „normales“ Verhalten.
Ich empfinde das als Betriebsblind.

Ein Genie beherrscht das Chaos

Auch ich kann genial. Also auch ich beherrsche das Chaos, oder das chaotisch sein. (:

Wenn ich anfange Ideen zu entwickeln, starte ich meinen kreativen Prozess.
Und jetzt nachdem ich mal genau hingeschaut und hingefühlt habe weiß ich, dass dieser Prozess immer ziemlich ähnlich abläuft.
Mir spukt mindestens eine noch ziemlich unklare Idee nicht nur im Kopf herum. Sie spukt mir durchs ganze System.
Ich fange mehrere Baustellen an.
Mein eh schon großer Schreibtisch breitet sich bis auf den Esstisch aus.
Das Bügelbrett wird aufgebaut.
Wie wäre es mit einem Zielbild?
Den Keller könnte ich auch mal wieder ausmisten.
Da wollte ich doch schon immer mal ein Loch bohren.
Und diesem nicht ganz so witzigen Gefühl kann ich mich vielleicht doch mal stellen…

Wenn ich mitten in diesem kreativen Chaos bin und dann jemand stört, glaubt mir dieser jemand im Leben nicht, dass ich Ordnungscoach bin. Bei mir sieht es dann aus, als wäre ein Orkan durch die Wohnung gefegt.

Mein kreativer Garten

Ideen sind für mich wie Samenkörner. Sie dürfen eingepflanzt werden. Dann brauchen sie Sonne und Wasser, Liebe und Geduld.
Bevor allerdings so ein Samenkorn oder eine Idee gepflanzt werden und wachsen kann, darf der Boden entsprechend vorbereitet werden.
Was tue ich also, wenn ich mich in meinen kreativen Garten begebe?

Hallo?

Ich verbreite erst mal Chaos.
Ich grabe um.
Im Innen und im Aussen.
Ich hole unerledigtes, unbesehenes, ungehörtes aus staubigen Ecken.
Vom abgerissenen Knopf der endlich wieder angenäht werden will, über den Keller, den ich erst im dritten Anlauf schaffe auszumisten bis zum gedeckelten Gefühl, dass ich nun bereit bin zu fühlen.

Ich sortiere, schmeisse weg, lasse los.
Ich grabe um, jäte Unkraut, entferne Geröll.
Baustelle für Baustelle.
Beet für Beet.

Ich schaffe Raum für neue Ideen.
Ich schaffe Raum für frische Energie.

Hat das Chaos seinen Höhepunkt erreicht, klappe ich die Baustellen wieder ein.
Ich schaffe wieder Struktur und Ordnung.
Das „Beet“ wird bepflanzt. Ideen-Samen werden gesetzt und mit Licht, Liebe und Geduld begossen.


Wenn ich aus meinem „Garten“ wieder auftauche, habe ich eine saubere und aufgeräumte Wohnung.
Mein Kopf ist klar.
Meine Ideen haben Struktur bekommen.
Mit neuem Schwung widme ich mich meinen nächsten Projekten.

Wie schaffst Du Dir den Raum für das Leben Deiner Träume?

Hast auch Du einen kreativen Garten?
Oder bist Du immer gleich Ordentlich?
Oder bist Du ein Genie und zwar immer? Beherrschst Du das Chaos oder beherrscht das Chaos Dich?
Was tust Du, wenn Du nicht weiter kommst?

Ich freue mich über Deinen Kommentar.
Herzens-Grüsse,
Luva

Warum ich anfange aufzuräumen, wenn ich nicht mehr weiter weiß
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4 Gedanken zu „Warum ich anfange aufzuräumen, wenn ich nicht mehr weiter weiß

    • 13. Juni 2016 um 23:47
      Permalink

      Hallo liebes Papilein!
      Da schaugst, gell! (:

      Antworten
  • 6. Juni 2016 um 20:48
    Permalink

    Hallo,

    wenn ich nicht weiterkomme, miste ich zu Hause aus – zuerst einmal mein Arbeitszimmer, anschließend (nur wenn nötig 🙂 ) auch noch weitere Zimmer. Mit dem Garten habe ich es leider nicht so … Da gehe ich dann doch lieber spazieren oder treibe Sport.

    Allerdings gehen mir selten die Ideen aus. Vielleicht ist das so, weil ich von Grund auf gut organisiert bin – ich nutze Trello und halte dort alle Ideen, die mir – wo auch immer – kommen, gleich fest.

    Ausmisten und Aufräumen hilft aber auch so von Zeit zu Zeit, um den geistigen Müll loszuwerden. Nicht umsonst heißt es, dass man im kompletten Chaos nicht gut arbeiten kann. Ich denke, es ist aber auch andersherum so: In geistigem Müll lässt es sich schlecht kreativ sein. Also muss der Müll von Zeit zu Zeit weg.

    Am Anfang kann ich mich meist nicht wirklich zum Ausmisten motivieren (ich lerne lieber Sprachen oder schreibe meinen Blog oder … – da würden mir jetzt noch 1000 andere Tätigkeiten einfallen), aber ab und zu muss es wohl sein. Daher habe ich eher feste Termine zum Ausmisten, so dass der Super-GAU mit Chaos total fast nie eintritt.

    Viele Grüße
    Christine

    Antworten
    • 13. Juni 2016 um 23:46
      Permalink

      Liebe Christine,
      danke für Dein Feedback! Du klingst auch sehr organisiert. (:
      Und dass Du lieber Sprachen lernst, sehe ich ja schon an Deiner sehr schönen Web-Seite.
      Herzens-Grüsse,
      Luva

      Antworten

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