Wie jedes Jahr, so auch dieses Jahr

Weihnachten steht plötzlich vor der Tür.
Und wie jedes Jahr, gibt es diejenigen, die schon seit Wochen, wenn nicht gar seit Monaten (ab dem ersten Lebkuchen im Supermarkt) mit den Vorbereitungen beschäftigt sind. Alle Geschenke sind organisiert, die Plätzchen gebacken, Gästeliste und Menü geplant.
Und es gibt diejenigen, die am 24.12. überrascht bis entsetzt feststellen, dass „huch“ und ganz unverhofft schon wieder Weihnachten ist; und Mist auch noch Sonntag und es daher keine Möglichkeit gibt fünf Minuten vor Ladenschluss noch schnell alle Geschenke zu be-Sorgen.

Natürlich gibt es bei beiden Extremen den jeweils entspannten und den gestressten Typ:

  • Der entspannte, gut organisierte Typ, der beim ersten Lebkuchen im Supermarkt seine „nach-Weihnachten-ist-vor-Weihnachten-Liste“ hervor kramt und nur noch abhekt.
  • Der Typ, der sich trotz all der perfekten Organissation bis zum servieren des Festtagsbratens, fluchend, angespannt und schwitzend in einen Weihnachtwahn hinein steigert.
  • Der gestresste, unorganisierte Typ, dem an Weihnachten um 15.30 Uhr auffält, das plötzlich Weihnachten Weihnachten ist und er in einer halben Stunde das Essen für die nächsten drei Tage und Geschenke für eine zwanzigköpfige Familie organisieren muss.
  • Der Typ, der trotz Chaos, fehlender Geschenke und leerem Kühlschrank, eine fröhliche und entspannte Zeit hat.Na, wo erkennst Du Dich wieder?

Wozu überhaupt Weihnachten feiern?

Die Christen feiern an Weihnachten die Geburt Jesu Christi. Da ursprünglich gar nicht klar war, wann genau die Geburt Jesu war, wurde erst nach vielen Steitereien und Diskussionen und mehrere Jahrhunderte nach Christus der 24.12. als Geburtstag festgelegt – da gab es kulturübergreifend schon einen Feiertag, der konnte praktischerweise recycled werden.

In vorchristlicher Zeit wurde am 21.12. die Wintersonnenwende, der kürzeste Tag und die längste Nacht des Jahres gefeiert. Noch heute nutzen wir Symbole und Rituale aus dieser Zeit. Bräuche wie Weihnachtsbäume, Geschenke, Lieder, Mistelzweige, Kerzen, Feiern und Prozessionen sind allesamt heidnisch und dienten der Verehrung der grossen Mutter.

In der vorindustriellen Zeit haben die Menschen von Frühling bis Herbst und von früh bis spät, bzw. von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang und meist im Freien gearbeitet und im Winter haben sie ihre Zeit vor allem drinnen verbracht. Sie rückten zusammen, versammelten sich um´s Feuer oder den Ofen, reparierten ihre Werkzeuge und Kleidung, aßen ihre Vorräte und erzähleten sich Geschichten. Sie taten das, was die Natur ihnen vormachte; sie zogen sich zurück und sammelten Kraft für den kommenden Frühling.

Ich könnte glatt auf die Idee kommen, Weihnachten sei von Coca Cola erfunden worden, bei dem ganzen Konsumwahn der sich in den letzten Jahrzenten um Weihnachten herum entwickelt hat.
Und wer sich damit wirklich glücklich fühlt, der stürze sich in´s Getümmel und gebe sich dem Kaufrausch hin. Nach meiner Erfahrung hat kaufen um glücklich zu sein, sich zu belohnen, sich weniger einsam zu fühlen, … nur sehr kurz den gewünschten Effekt. Schon nach kurzer Zeit ist das hohle Gefühl wieder da und entweder ich ziehe dann gleich wieder los zum nächsten Kaufrausch oder ich schaue hin, was ich wirklich brauche.

Was nun machen mit diesen verschiedenen Eindrücken?
Zum Christentum konvertieren, oder doch lieber zum Heidentum?
Den Strom abschalten?
Bei Coca Cola anheuern?

  • Wie feierst Du Weihnachten?
  • Was an Weihnachten ist Dir wichtig?
  • Was gibt es an Weihnachten, dass Du in Zukunft anders machen willst?

Weihnachten für mich persönlich

Als Kind war Weihnachten für mich immer etwas ganz wunderbares.
Meine Großmama hat diesen Tag für uns alle ganz besonders gemacht.
Nach dem Mittagessen haben wir gemeinsam den Baum geschmückt. Mit Kugeln, Lametta, echten Kerzen. Sobald dieser in seiner ganzen Pracht da stand, wurden wir Kinder nach oben geschickt. Wir lungerten die ganze Zeit oben am Treppengeländer herum, um ja den besonderen Moment nicht zu verpassen. Das Haus war erfüllt von dieser knisternden erwartungsvollen Stimmung. Unten wurde gekruschtelt und geflüstert. Und dann, endlich… wurde die Glocke geläutet. Das Startzeichen, daß Weihnachten jetzt so richtig losgeht.
Wir stürzten uns nach unten und staunten selig.
Am Baum brannten die Kerzen – die einzige Beleuchtung im Raum. Für mich war dieser Weihnachtbaum ein funkelndes und glitzerndes Wunderwerk.
Unter dem Baum lagen Geschenke.
Jedes Familienmitglied bekam eine eigene Büchse mit sebstgemachten Plätzchen.
Und jedes Jahr war auch etwas selbst gestricktes oder genähtes dabei.
Das Abendessen war immer sehr schlicht, das Festtagsessen gab es am ersten Feiertag. Würstel mit Kartoffelsalat – weil sich eh alle an den leckersten Plätzchen der Welt satt gegessen haben.

Seither hat Weihnachten für mich etwas sehr magisches. Die gemeinsam verbrachte Zeit. Das Schmücken des Baumes. Die Stimmung bevor und wenn es dann richtig losgeht. Der glitzernde Baum. Die Bescherung.
Die Geschenke waren immer das Sahnehäubchen. Hätten wir uns nur zum reinen Geschenkeaustausch getroffen, wäre es nicht das selbe gewesen.

Inzwischen habe ich viele verschiedene Modelle ausprobiert, um herauszufinden, wie ich gerne Weihnachten verbringe.  Ich habe mit meiner Familie, mit Freunden, eine Anti-Weihnachtsparty, mal mild, mal wild gefeiert und einmal habe ich es sogar ganz ausfallen lassen. Und ich habe gelernt, dass ich da sehr flexibel bin, wie ich Weihnachten feiere, das wichtigste für mich ist, dass ich Weihnachten feiere. Ausfallen lassen geht gar nicht!

  • Ist für Dich Weihnachten magisch?
  • Was an Weihnachten macht Dich glücklich?
  • Wovon wünscht Du Dir mehr?

Schenken oder nicht schenken? Das ist hier die Frage.

Auch beim Schenken habe ich verschiedene Varianten ausprobiert.
Ich habe viel Zeit und Geld investiert und mir den Kopf zerbrochen für jeden das passende Geschenk zu finden. Oft hatte ich meine liebe Not, alles rechtzeitg zur Post zu tragen.
Kurz habe ich auch bei dem Motto: „wir schenken uns nichts, wir haben auch so ’ne gute Zeit“ mitgemacht.
Beides ist nicht meins.

Beschenkt werden und noch mehr zu beschenken ist etwas wirklich Kostbares! Geschenke sind Ausdruck von Wertschätzung,  Zuneigung, Dankbarkeit, Liebe, Freundschaft.

Die Investition von Zeit, Geld und Kraft in Geschenke, die im besten Fall unpersönlich und im schlimmsten Fall voll daneben gehen, ist verschwendete Liebesmüh.
Und versteh mich richtig! Es gibt Geschenke, die begegnen uns und wir wissen sofort für wen das genau das Richtige ist. Natürlich nutze ich, wenn möglich, diese Gelegenheit!

  • Wie schenkst Du?
  • Auf welche Geschenke kannst Du verzichten und was wünscht Du Dir stattdessen?

Mach´s Dir leicht! Sei kreativ.

Finde eine Sache die Dir leicht fällt. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Es muss nicht teuer sein. Es darf witzig sein. Und es darf Deine Persönlichleit zeigen. Es geht nicht darum den Wettbewerb, wer die meisten und teuersten Geschenke anschleppt, zu gewinnen. Es geht darum, das wir gemeinsam eine gute Zeit haben und darum, dass schenken von Herzen kommt und Spaß macht.

Ein ganz normaler Haushalt bietet unendlich viele Möglichkeiten sich Geschenktechnisch total auszutoben. Vielleicht brauchst Du noch die ein oder andere Zutat und Du wirst staunen, wie leicht und mit wieviel Spaß Du ganz persönliche und individuelle Geschenke herstellen kannst. Hier ein paar Ideen und Anregungen.

Küche:

  • Marmelade
  • Kräuteröl/Essig
  • Kräuterbutter
  • Kräutersalz
  • Mayonaise
  • Pesto

Upcycling:

  • Kühlschrankmagneten aus alten Spielfiguren, Korken, Kronkorken, kleinen Karten, …
  • Weihnachtskarten aus alten Zeitschriften, Zeitungen, Büchern, Flugtickets, Fahrkarten, Packpapier, …
  • Schlüsselanhäger aus Champagnerkorken, Muttern, Spielfiguren, Perlen, …

Kosmetik :

  • Körperöl/Körperbutter/Lotion
  • Peeling
  • Badesalz
  • Lippenbalsam

Hausapotheke:

  • Kräterteemischungen
  • Erkältungsbalsam
  • Schwedenkräuter
  • Tinkturen

Basteln:

  • Stricken
  • Häckeln
  • Zeichnen
  • Nähen

Gutscheine:

  • einmal Wohnung putzen
  • einkaufen gehen
  • Lampe anschliessen
  • Fahrrad reparieren
  • Baby sitten
  • Picknick
  • Spieleabend
  • ….

Bist Du zu Weihnachten eingeladen, bring einen Nachtisch mit, oder die Vorspeise, Getränke oder Deine Gitarre – unterstütze Deine Gastgeber zusätzlich zu Deiner Anwesenheit dabei, dass es ein gelungener Abend wird.

Lädts Du selber ein, ist die Einladung an sich schon ein riesen Geschenk. Es ist großartig in schön geschmückten Räumen mit einem guten Essen beglückt zu werden.

  • Was fällt Dir leicht?
  • Was teilst Du gerne?
  • Worin bist Du unschlagbar
  • Was an Dir ist ein Geschenk für die Welt?

Wie ich mich kreativ austobe:

Vor ein paar Jahren habe ich mich erst vorsichtig, dann immer mutiger in die Fußstapfen meiner Großmama gewagt. Ich backe Plätzchen. Plätzchen die sich wachsender Beliebtheit erfreuen. Plätzchen, die so gut sind, dass eine Freundin von mir überzeugt ist, ich könne damit reich werden. 🙂 Plätzchen die mein Weihnachtsgeschenk für meine Liebsten sind.

Zuallerst überlege ich mir welche Plätzchen ich backen möchte und erstelle eine Exelliste mit all den Zutaten. Ich gehe damit, am liebsten an einem Mittwoch – da ist so gut wie nichts los – ganz entspannt einkaufen.
Einen Tag mache ich ausschliesslich einen Teig nach dem anderen. Teig für Teig wandern eingetütet zum kühlen auf die Terrasse.
Die nächsten ein bis zwei Tage backe ich Teig für Teig und Blech für Blech Plätzchen.
Über die Jahre habe ich für mich herausgefunden, dass diese Arbeitsstruktur für mich am einfachsten und bequemsten ist. Es darf leicht gehen und spaß machen!

Und weil meine Plätzchen so beliebt sind, werde ich hier meine Klassiker verraten.

Ab Morgen gibt es acht Tage lang jeden Tag ein neues Rezept.

Rezepte:

  1. Husarenkrapferl/Kollatschn
  2. Ingwer-Kokosmakronen
  3. Karamellshortbread
  4. Süße Schnitten
  5. Earl-Grey-Flocken
  6. Vanillekipferl
  7. Walnusshappen
  8. zweierlei Mandelsplitter

Ich wünsche Dir eine fröhliche, besinnliche und entspannte Weihnachtszeit. Und falls Du das ein oder andere Rezept ausprobierst, gutes Gelingen und guten Appetit!

Herzensgrüsse,
Luva

 

 

Advent, Advent, die Hütte brennt.

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